Die Meistermacherin

Märkische Allgemeine 31.08.2011

 

PFERDESPORT: Die Meistermacherin

Gundula Lüdtke und Alina Rosenberg starten bei der Handicap-EM

RADENSLEBEN - Es ist ein Tag im August, an dem es nicht regnet. Der idyllische Ortsrand von Radensleben, wo die Meistermacherin Zuhause ist, könnte auch der Fleck sein, wo sich Fuchs und Igel gute Nacht sagen. Auf dem Hof der Rollireitschule unweit von Neuruppin, dem Tor zur Ruppiner Schweiz, ist kein Mensch zu sehen. Nur Pferde sausen lebensfroh auf den Koppeln herum. Dann schreitet langsam, mit freundlichem Lächeln, aber abwägendem Blick Gundula Lüdtke aus dem sonnendurchfluteten Grün heran.

Die Erfolgstrainerin, die mit 14 Jahren ihren ersten Reittrainerschein im Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt bestand, taxiert den Gast genau so, wie sie innerlich zurückgelehnt das Reitvermögen von Pferd und Reiter einschätzt. Sie wuchs in Stahnsdorf bei Potsdam auf und wurde über mehrere Etappen unter anderem als Abteilungsleiterin im Rat des Kreises Neuruppin 1993 in Radensleben sesshaft.

Den Anstoß, mit behinderten Reitern zu arbeiten, gab der renommierte Neustädter Gestütsausbilder Walter Legde, den sie während ihrer Trainerlehrgänge bei seiner therapeutischen Reitarbeit beobachtete. „Warum sollte man aufgeben“, heißt seitdem ihre Lebensmaxime. Die traf auch voll auf den 21-Tage-Ritt nach Paris zu, den die begeisterte Reiterin 2003 mit Freuden meisterte.

Das fasziniert auch Alina Rosenberg, eine junge, blonde Frau mit einem wunderbaren Lächeln. Der zweite Part des Meistergespanns. Kürzlich schafften sie zusammen mit dem zehnjährigen Hannoveraner „Magellan“ im Saarland den Hattrick. Sie wurden dreimal in Folge im Grade 1b deutscher Meister.

Alina wurde als Frühchen mit Lungenriss und einer extrem spastischen Erkrankung geboren. Wer die Reiterin, die zum Kader der Paralympics gehört, heute laufen sieht, würde nicht glauben, dass sie mit fünf Jahren noch nicht Gehen konnte.

Viele Operationen und die sanften Bewegungen auf dem Rücken der Pferde seit dem zweiten Lebensjahr machten das Unglaubliche möglich. 2008 lernte die Schülerin Gundula Lüdtke beim Training der Schweizer Nationalmannschaft der Reiter mit Handicap kennen, die Lüdtke damals betreute. Alina war mit ihrem Pferd „Magellan“ als Gast dabei. Lüdtke war sofort klar, dass Alina mehr kann, wenn sie richtig auf dem Pferd sitzen würde. „Wollen wir mal etwas mit meinem lettischen Hunter Hobis und einem anderen Sattel ausprobieren?“, fragte sie, ganz Mädchen und Mutter.

Das war der Anfang eines erfolgreichen Miteinanders. Vor zwei Jahren verließ die willensstarke Alina den Reiterhof ihrer Mutter in Konstanz am Bodensee und zog ins Brandenburgische zur Rollireitschule, die zum Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationssportverein (BPRSV) gehört. Der ist mit 4000 Mitgliedern – darunter 520 mit Handicap – der größte Sportverein im Landessportbund Brandenburg. Einen behindertengerechten Bus, vier Spezialsattel im Wert von je 4000 Euro und vier Pferde finanzierte der BPRSV der Rollireitschule.

Auch Alina Rosenberg profitiert davon. Doch ohne Gundula Lüdtke wäre sie weiter in Süddeutschland geblieben und würde nicht in Birkenwerder die integrative Gesamtschule „Regine Hildebrandt“ bis zum Abitur besuchen. Anfang September weilen die beiden in Belgien bei den Europameisterschaften für Reiter mit Handicap. „Wenn Reiterin und Pferd gut drauf sind, könnte es für Alina eine EM-Medaille geben“, sagt die 55-jährige ehrenamtliche Meistertrainerin Lüdtke. (Von Margot Schöning)

 

Tag der offenen Tür -

Pressebericht

 

Inklusion beginnt im Kopf

 

Die Rollireitschule Radensleben und Aktion Mensch luden zum
TAG der offenen TÜR und konnten Gäste, Vereinsmitglieder und Interessierte begrüßen.

 

Zahlreiche Attraktionen lockten am Sonntag über 90 Besucher in das beschauliche Dorf Radensleben in Brandenburg, dem einzigen Standort der Jugendlichen alle Voraussetzungen bietet um auch mit Handicap international erfolgreich zu sein. Alina und Peggy, die seit einigen Jahren in der Rollireitschule gefördert werden, sind von den ausgebildeten Trainerinnen begeistert. Sie haben viele Erfolge zu verzeichnen und bereiten sich auf die Paralympics in London 2012 vor. Radensleben bietet Jugendlichen durch behindertengerechte Wohnungen beste Möglichkeiten täglich dem Reitsport nachzugehen. Auch ein neuer Campingwagen mit Auffahrrampe wurde durch den Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationssportverein ermöglicht. Die Besucher waren von den Dressurvorführungen und den Demonstrationen des Rehabilitationssportes fasziniert und bekamen einen Einblick in die zeitaufwendige Arbeit mit den Sportlern. Außerdem wurde die Möglichkeit eröffnet selbst einmal auf einem speziell ausgebildeten Pferd zu reiten. Auch die kleinsten Besucher kamen durch Pony- Reiten und eine aufgebaute Hüpfburg auf ihre Kosten. Stärken konnten sich die Gäste am Buffet, dass liebevoll hergerichtet war. Deutlich wird die Integration an dem Beispiel von Familie Schulz. Der Sohn wurde mit einer Behinderung geboren und auch der Vater litt an einer Hüftschädigung, die operiert werden sollte, die Therapie mit den Pferden hat dies verhindern können. Mittlerweile ist die ganze Familie vom Reitsport begeistert und besucht den Reiterhof wöchentlich. Der Wallach Hobis ist der Star auf dem Pferdehof Radensleben, er war einer von 540 Pferden, die an der Weltmeisterschaft 2010 in Kentucky teilnehmen durften. Besonders stolz macht die Trainerin Gundula Lüdtke, dass nun mehr die vierte Generation auf Hobis reitet und auch ihr Enkelkind dem Reitsport zugetan ist.

Presse BPRSV

Christa Lemmé

 

Märkische Allgemeine Ruppiner Tageblatt vom 11.05.2011.

Quelle: Märkische Allgemeine Ruppiner Tageblatt 11.05.2011



 

Märkische Allgemeine Ruppiner Tageblatt 7/8 Mai 2011

Vier Beine statt zwei Räder

Quelle: Märkische Allgemeine / Ruppiner Tageblatt

Autor: Sebastian Scholze


 

 

 

Therapeutisches Reiten - " Mit erhobenem Kopf durch die Welt"

Quelle: Reiten und Zucht in Berlin und Brandenburg-Anhalt


 

Reiten mit Handicap-Alina denkt schon an London

Quelle: Reiten und Zucht in Berlin und Brandenburg-Anhalt



 

Artikel publiziert am: 13.10.10
Quelle: http://www.die-mark-online.de/sport/regionalsport/ostprignitz-ruppin/hobis-ueber-grossen-teich-959892.html

Mit Hobis übern großen Teich

Lexington/Radensleben (begall) – Normalerweise frisst Hobis seinen Hafer im heimatlichen Pferdestall von Radensleben. In diesen Tagen genießt der dunkelbraune Wallach sein Futter jedoch in Lexington (US-Bundesstaat Kentucky).

© Begall, Hobis aus Radensleben ist derzeit in Kentucky.

Mit seiner Reiterin Sabrina Laubscher aus der Schweiz kämpft er bei den Weltreiterspielen in der Para-Dressur um Medaillen. Betreut wird das Paar von Gundula Lüdtke aus Radensleben, die Hobis seit 17 Jahren besitzt.

Die Para-Dressur ist als achte Disziplin erstmals bei den Weltreiterspielen dabei. Wie bei den Paralympics reiten die Reiter mit Handicap in fünf verschiedenen Graden, je nach Einstufung der Behinderung. Sabrina Laubscher hat einst den Beruf des Pferdewirtes erlernt. Seit einem Arbeitsunfall, ein 100 Kilogramm schwerer Strohballen fiel ihr auf den Kopf, ist die Schweizerin aus Nennighofen querschnittsgelähmt. Doch den Pferdesport möchte die 21-Jährige nicht missen. „Das Reiten gibt mir praktisch das alte Leben zurück“, sagt sie. Vor einem halben Jahr hat sie nach dem Unfall erst wieder angefangen. Drei Pferde wurden in Radensleben ausprobiert, Hobis war schließlich das richtige.

Seit 2005 betreut Gundula Lüdtke die Schweizer Handicap-Reiter. „Auf einem Turnier in Belgien hat mich der damalige deutsche Bundestrainer Franz-Martin Stankus gefragt, ob ich diese Nation betreuen möchte“, erzählt die ehemalige Projektleiterin für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Und sie hat zugesagt. Zwei- bis dreimal im Jahr kommen die Schweizer jetzt mit bis zu fünf behinderten Reitern zu je zwei Wochen zum Training ins Ruppiner Land. Und Hobis ist der Star bei den Gästen. Radensleben, Sitz der Rolli-Reitschule, ist außerdem Landesleistungstützpunkt der Behinderten-Pferdesportler von Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

„Ausgebildet habe ich Hobis, den mein Mann einst auf der Insel Rügen als junges, fast verhungertes Pferd aus einem Touristikstall kaufte, für meinen behinderten Vater Manfred Neumann“, erzählt Gundula Lüdtke. Bis zum Alter von 79 Jahren ritt er den Wallach. Als Schulpferd hat Hobis außerdem etwa zehn Kinder und Jugendliche, die später in den Landeskader berufen wurden, das Reiter-Abc beigebracht. Inzwischen haben elf Handicap-Reiter auf dem Braunen sechs Medaillen bei Deutschen Meisterschaften gewonnen. Die Neustädterin Patricia Falk holte zweimal den nationalen Titel.

Hobis, geboren vor 21 Jahren in einem lettischen Gestüt, hat schon die Welt gesehen. Mit Gundula Lüdtke hat er problemlos den Distanzritt von Berlin nach Paris bewältigt. Auf Turnieren in Dänemark, Frankreich und Bochum hat er sich in diesem Jahr mit Sabrina Laubscher für die Weltmeisterschaften qualifiziert. Nach einem sechswöchigen Training in der Schweiz bestieg der Wallach Ende September erstmals einen Jumbojet und flog über den großen Teich. Jetzt hat er eine Box im Kentucky Horse Park bezogen.

Sabrina Laubscher ist im Grad Ib eingestuft. Sie reitet eine Prüfung, die für ihren Behinderungsgrad nur Schritt- und Trab-Lektionen vorsieht. Auf dem Vorbereitungsplatz vor dem ersten Wettkampf beruhigt Gundula Lüdke die Reiterin und gibt ein paar Anweisungen. Hobis streckt noch die Zunge heraus. „In der Prüfung weiß er aber, dass er das nicht machen darf“, sagt die Trainerin. Und wirklich, im Viereck ist der Wallach ganz brav. Sabrina unterstützt Hobis mit zwei Gerten zum Vorwärtstreiben, die besonders bei der Trabverstärkung eingesetzt werden. Durch ihre Behinderung kann sie mit den Beinen das Pferd nicht fühlen. Der Vierbeiner reagiert auf die Hilfen. Am Ende bekommt das Paar 64,87 Prozentpunkte. Der Sieger Lee Pearson aus Großbritannien hat 76,435. Die Schweizerin rangiert auf Platz neun. Zu den besten Zehn der Welt wollte sie gehören. Es ist gelungen. Immerhin war die Konkurrenz aus Japan, Südafrika, Australien, Amerika und Europa ebenso gut vorbereitet.

Zwei Tage später steht die Kür auf dem Programm. Sabrina ist etwas nervös, bringt den Ablauf ihrer Aufgabe durcheinander. 62 Prozentpunkte bedeuten diesmal nur Platz 14. Doch am Ende zählt nicht nur das Ergebnis. „Wichtig ist es vor allem, mit allen anderen Weltklasse-Reitern an einem Ort zusammenzukommen“, sagt die Handicap-Reiterin. „Das Pferd gibt mir die Freiheit“, ergänzt die lebensfrohe Schweizerin und fühlt sich im Sport integriert.

 


 

Hippologica 2010

Eröffnungsbericht

Abschlußbericht


 

Lübbener Stadtsporttage 2010

Bericht in der Lausitzer Rundschau...


 

Ziel London 2012

Bericht der Reiten und Zucht Ausgabe 01.2010

 

Nur wenige Tage nach ihrem viel beachteten Auftritt auf der Hippologica in Berlin hatten die Dressurreiter mit Handicap der Region erneut Grund zum Feiern. Mit der Einweihung des ersten Landesstützpunktes für Reiter mit Handicap in der Rollireitschule Radensleben wurde eine in dieser Art deutschlandweit einmalige Einrichtung ins Leben gerufen....

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Landestrainerin der Dressurreiter erhielt Silberne Ehrennadel des LPBB

Bericht der Reiten und Zucht Ausgabe 01.2010

 

 

Landestrainerin der Dressurreiter mit Handicap, Gundula Lüdke, erhielt aus den Händen von Martina Schünemann und Peter Fröhlich die Silberne Ehrennadel des LPBB.

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Eindrucksvolle Präzision

Bericht der Reiten und Zucht Ausgabe 01.2010

 

Eindrucksvolle Präzision - Berlin Brandenburgs erfolgreichste Dressurreiter mit Handicap in einer Quadrille vereint.

 

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